Vom Bedarf zur Lichtlösung:
Maßgeschneiderte und modulare Lichtlösungen – entwickelt, gefertigt und realisiert aus einer Hand
Ein Bahnhof, der nachts Sicherheit bietet, eine Fassade, deren Beleuchtung die Architektur nicht dekoriert, sondern definiert, eine Konzerthalle, in der das Licht die Raumwirkung vollendet: Solche Ergebnisse entstehen nicht durch die Auswahl eines Katalogprodukts. Sie entstehen, wenn digitale Entwicklung, lichttechnisches Engineering und Fertigung in einem durchgängigen Prozess ineinandergreifen. Seit über 40 Jahren entwickeln und fertigen wir Beleuchtungslösungen für Architektur, Infrastruktur und öffentliche Räume.
Wie dieser Prozess bei LMT funktioniert und warum er die Qualität des Ergebnisses entscheidend beeinflusst, zeigt dieser Beitrag. Auf der Light + Building 2026 präsentieren wir unseren Entwicklungs- und Fertigungsprozess, ergänzt durch eine Auswahl an Leuchten und Informationen zu realisierten Projekten.
Planung und Produktentwicklung
Anforderungsanalyse: Grundlage jeder Lichtlösung
Jedes Projekt beginnt mit einer strukturierten Anforderungsanalyse in enger Abstimmung mit Architektinnen und Architekten, Lichtplanenden, Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Bauverantwortlichen. Nutzungsszenarien, architektonische Rahmenbedingungen, normative Vorgaben, Sicherheitsanforderungen sowie Betriebs- und Wartungsaspekte werden systematisch erfasst und bewertet.
Technische Rahmenbedingungen:
- Lichttechnische Anforderungen: Beleuchtungsstärken, Gleichmäßigkeit, Blendungsbegrenzung
- Funktionale Zonen: Orientierung, Wegeführung, Akzentuierung
- Umgebungsbedingungen: Innen-/Außenbereich, Feuchte, Verschmutzung, Vandalismus-Schutz
- Integration in bestehende Gebäude- und Steuerungssysteme
Projektspezifische Anforderungen:
- Gestalterische Vorgaben
- Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft
- Budget- und Zeitvorgaben
- Wartungs- und Servicekonzepte
Je nach Projekt gehört z. B. das präzise Vermessen des Einbauortes mit 3D-Lasertechnik zum Analyseprozess. So lassen sich statische Vorbetrachtungen anstellen und später der Einbau passgenau in bestehende Bau- und Tragstrukturen einfügen.
Das Ergebnis der Analysephase ist ein belastbares Anforderungsprofil und die Entscheidung, ob eine Lösung mit Baukastenelementen realisiert wird oder eine Neuentwicklung erforderlich ist.
Lichttechnisches Grobkonzept: System im Detail
Auf Basis des Anforderungsprofils erstellt LMT darauffolgend das lichttechnische Grobkonzept. Es beschreibt die Systemarchitektur der Beleuchtungslösung, ob als konfigurierbare Baukastenlösung oder als maßgeschneiderte Entwicklung.
Lichtbaukastensystem: Das modulare Prinzip erlaubt die Konfiguration aus vorqualifizierten Komponenten und Eigenschaften:
- LED-Module nach Lichtstrom, Farbtemperatur, Farbwiedergabe und Effizienz
- Vorschaltgeräte (Treiber) einschließlich Dimm- und Notlichtfunktionen, sofern erforderlich
- Lichtlenkung: Reflektor, Optik, Abschirmung
- Sicherheits- und Notbeleuchtung, sofern erforderlich
- Gehäuse, Montageart, Materialien, Schutzklassen
Abbildung 2: Auszug Darstellung LMT-Lichtbaukasten, LMT
Neuentwicklung: Bei architektonisch anspruchsvollen oder technisch spezifischen Anforderungen führt LMT eine vollständige Neuentwicklung unter Berücksichtigung aller zuvor genannten Parameter und zusätzliche Aspekte wie thermischem Management, mechanischer Belastbarkeit und individueller Formgebung durch.
Baukastenlösung und Neuentwicklung sind keine Gegensätze. Sie sind komplementäre Werkzeuge innerhalb desselben Qualitätsprozesses.
Das Ziel dieser Phase ist eine technisch und wirtschaftlich tragfähige Systemlösung, präzise auf die Projektanforderungen zugeschnitten.
Digitale Produktentwicklung und Simulation
Abbildung 3: Leuchtenkonstruktion, LMT
LMT entwickelt jede Lichtlösung digital. Mithilfe moderner CAD- und Simulationswerkzeuge werden digitale Produktmodelle erzeugt, die Geometrie, Funktion und Lichtwirkung realitätsnah abbilden, bevor ein physisches Bauteil entsteht.
3D-Konstruktion: Mechanische Konstruktion und Zeichnungserstellung aller Komponenten. Gehäusegeometrie, elektronische Bauteile und thermische Kühlkörper werden integriert.
FEM-Berechnung: Mechanische Belastungen werden mit der Finite-Elemente-Methode (FEM) analysiert. Materialstärken und Befestigungspunkte werden validiert.
Lichttechnische Simulation und Ray-Tracing: Lichtverteilung, Blendung und Leuchtdichteverteilung werden bewertet, Reflektoren und Linsensysteme optimiert. Eine Falschfarbensimulation zeigt beispielsweise Ungleichmäßigkeiten, Überbeleuchtungen oder dunkle Zonen an. Die Ray-Tracing-Simulation berechnet den Weg von Lichtstrahlen durch Reflexion, Brechung und Streuung. Sie wird für komplexe Optiken eingesetzt.
Thermische Simulation: Die LED-Betriebstemperatur wird visualisieren. So lassen sich Überhitzungsrisiken früh erkennen und vermeiden.
Fotorealistisches Rendering: Die Lichtwirkung wird im architektonischen Kontext visualisiert, einschließlich verschiedener Farbvarianten und Oberflächen.
Die digitalen Modelle dienen der technischen Absicherung und der transparenten Abstimmung mit dem Kunden.
LED-Platine und Reflektor: Kernkomponenten der Lichtqualität
Bei Neuentwicklungen konzipiert LMT die LED-Platine und den Reflektor mit höchster Präzision und maßgeschneidert für jedes Projekt. Die Platine wird hinsichtlich elektrischer, thermischer und lichttechnischer Eigenschaften entwickelt, einschließlich der Ansteuerelektronik. Der Reflektor bzw. die Optik wird auf die gezielte Lichtverteilung hin optimiert; dabei werden Reflektormaterial und Oberflächengüte (spiegelnd, matt, strukturiert) definiert. Ein Prototyp und eine photometrische Vermessung sichern die Entwicklungsergebnisse ab.
Die LED-Platine und der Reflektor bestimmen Effizienz, Lichtqualität und Lebensdauer der Leuchte maßgeblich. Sie werden projektspezifisch optimiert.
Strangpressprofile: Multifunktionale Bauteile
Abbildung 4: Aluminium-Strangpressprofil, LMT
Abhängig von der Beleuchtungssituation entwickelt LMT spezifische Strangpressprofile aus Aluminium, Stahl oder eine Kombination beider Materialen. Diese Profile übernehmen mehrere Funktionen gleichzeitig: mechanische Stabilität, Wärmeabfuhr, Aufnahme der Elektronik sowie die architektonische Integration. Die Entwicklung ist technisch anspruchsvoll, da thermische, mechanische und gestalterische Anforderungen in einem Bauteil zusammengeführt werden müssen.
Freigabeprozess
Nach Abschluss der digitalen Entwicklung präsentiert LMT dem Kunden das Gesamtkonzept. Technische Unterlagen, Simulationen und Visualisierungen machen Funktion, Lichtwirkung und Integration transparent. Die formale Freigabe über die Freigabezeichnung bildet die Voraussetzung für den Fertigungsstart.
Fertigung
Abbildung 5: Fertigungsverfahren: Schweißen und Biegen, LMT
Arbeitsvorbereitung und Materialbeschaffung
Mit der Freigabe startet die Arbeitsvorbereitung bei LMT. Die Konstruktionsdaten werden digital in Fertigungsinformationen überführt und strukturiert aufbereitet. Stücklisten, Fertigungszeichnungen, Arbeits- und Zeitpläne sowie Qualitätsdokumentationen werden erstellt. Parallel werden alle benötigten Komponenten beschafft, einschließlich LED-Module, Treiber, Optiken, Gehäuseteile, Verbindungselemente und Aluminiumprofile. Eine abgestimmte Materiallogistik sichert Termine und Qualität.
Fertigungsverfahren
Je nach Produktanforderung kommen verschiedene Fertigungsverfahren zum Einsatz:
Abbildung 6: Fertigung LMT, beispielhaft Trumpf-Laserschneidmaschine im Einsatz
- Laserschneiden
- Biegen, je nach Bauteilgeometrie in unterschiedlichen Varianten
- Fügeverfahren wie Schweißen, mechanisches Fügen oder Laserfügen
- Oberflächenverarbeitung und -veredelung, z. B. Pulverbeschichtung, Nasslackierung oder Eloxieren
Die Auswahl der Verfahren erfolgt projekt- und funktionsbezogen. Sie prägt die technische Qualität und Gestaltung der Leuchte.
Elektromontage und thermisches Management
In der Elektromontage integriert LMT die LED-Platine, Treiber, Steuerungskomponenten und Verkabelung fachgerecht. Die LED-Platine wird mit dem Kühlkörper verbunden, um einen optimalen Wärmeübergang zu gewährleisten. Passive Kühlkörper aus Aluminium leiten die Wärme über Konvektion und Strahlung ab. Das Leuchtengehäuse selbst fungiert dabei häufig als Teil des Kühlsystems. Zuverlässiges thermisches Management schützt vor vorzeitigem Ausfall durch Überhitzung und verhindert Lumen-Degradation. Die abschließende Funktionsprüfung der elektrischen Baugruppen sichert die Elektromontage ab.
Lichttechnische Vermessung
Die photometrische Vermessung bewertet die physikalische Strahlung so, wie sie das menschliche Auge wahrnimmt. Zentrales Instrument ist die Lichtverteilungskurve (LVK) – ein technisches Diagramm, das mithilfe kamerabasierter Messsysteme darstellt, wie eine Leuchte ihr Licht im Raum verteilt. Die Messung erfolgt normgerecht. Sie liefert den Nachweis der geplanten lichttechnischen Eigenschaften. Die Daten dienen der Qualitätssicherung und sind Grundlage für die Lichtplanung.
Abbildung 7: Lichttechnische Vermessung, LMT
Leuchtenfunktionsprüfung
Abschließend durchläuft jede Leuchte eine umfassende Funktionsprüfung: elektrische Sicherheit, Steuerfunktionen und Dimmverhalten werden systematisch geprüft.
Realisierung
Technische Dokumentation, präzise Fertigungsunterlagen und eine strukturierte Installationsvorbereitung sorgen dafür, dass Lichtsysteme zuverlässig in Betrieb gehen. LMT übergibt alle erforderlichen Unterlagen dem Kunden, damit die Inbetriebnahme vor Ort reibungslos durchgeführt werden kann.
Auf Kundenwunsch erfolgt die Auslieferung über den eigenen Fuhrpark, für Transportsicherheit und Terminzuverlässigkeit. Auf besondere Anfrage übernimmt LMT oder ein beauftragtes Partnerunternehmen die Installation und Inbetriebnahme vor Ort.
Der Service von LMT endet nicht mit der Auslieferung und Inbetriebnahme. Technischer Support, Nachlieferung, Nachbau und Komponententausch sichern die Langlebigkeit der Investition. Lichtlösungen von LMT sind reparier- und upgradefähig – ohne geplantes Lebensende.
Fazit: Integrierter Prozess als Qualitätsmerkmal
Architektonische Beleuchtung und urbane Lichtgestaltung gehen weit über die Produktauswahl hinaus. Entscheidend ist die systematische Anforderungsanalyse, die digitale Entwicklung, die Unzulänglichkeiten früh sichtbar macht und ausräumt, und die sichere Überführung der Entwicklungsdaten in Fertigung und Betrieb.
Wir verbinden seit über 40 Jahren technische, architektonische und wirtschaftliche Anforderungen zu durchdachten, zukunftssicheren Lichtsystemen – und verstehen uns als langfristiger Partner unserer Kunden.
Sprechen Sie uns an
Ob Erstgespräch am Messestand auf der Light + Building 2026 oder projektbezogene Anfrage im Anschluss: Wir stehen Architektinnen und Architekten, Lichtplanenden, Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Bauverantwortlichen als kompetenter Partner zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns direkt – info@lmtgmbh.de.
Headerbild: Abbildung 1, Referenz Alsterschwimmhalle; LMT









